Du möchtest selbstbewusster werden.
Mehr an Dich glauben.
Dir weniger Gedanken darüber machen, was andere von Dir halten.
Endlich Entscheidungen treffen, ohne sie anschließend fünfmal zu hinterfragen.
Also denkst Du:
Ich brauche einfach mehr Selbstvertrauen.
Aber was, wenn genau das gar nicht Dein Problem ist?
Was, wenn Dein Selbstvertrauen längst da ist?
Und Du es sogar jeden Tag benutzt, ohne es zu merken?
Denn vermutlich gibt es ziemlich viele Dinge, bei denen Du Dir vollkommen vertraust.
Du steigst ins Auto und denkst nicht vor jeder Kreuzung:
„Oh mein Gott. Hoffentlich bekomme ich das hin.“
Du erledigst Dinge, die Du schon hundertmal gemacht hast.
Du triffst Entscheidungen.
Du löst Probleme.
Du organisierst Deinen Alltag.
Und dann genügt manchmal eine einzige Situation.
Ein kritischer Blick.
Eine neue Aufgabe.
Ein Mensch, dessen Meinung Dir wichtig ist.
Eine Entscheidung mit Konsequenzen.
Und plötzlich ist es weg.
Dein Selbstvertrauen.
Zumindest fühlt es sich so an.
Doch vielleicht ist es gar nicht verschwunden.
Vielleicht passiert etwas ganz anderes.
Selbstvertrauen ist manchmal da, bis jemand die Augenbraue hochzieht
Stell Dir vor, Du hast eine Entscheidung getroffen.
Du hast lange darüber nachgedacht.
Sie fühlt sich richtig an.
Dann erzählst Du einer Freundin davon.
Sie schaut Dich an und sagt:
„Echt? Bist Du Dir sicher?“
Zack.
Gestern warst Du Dir sicher.
Vor zehn Sekunden eigentlich auch noch.
Und jetzt?
„Vielleicht hat sie recht.“
„Vielleicht habe ich etwas übersehen.“
„Vielleicht sollte ich doch noch einmal darüber nachdenken.“
Das Spannende daran:
Deine Entscheidung hat sich überhaupt nicht verändert.
Nur die Reaktion im Außen hat sich verändert.
Und plötzlich vertraust Du der hochgezogenen Augenbraue eines anderen Menschen mehr als Deinem eigenen Gefühl.
Das ist kein fehlendes Wissen.
Es zeigt vielmehr, wie stabil Dein Vertrauen in Dich selbst in diesem Moment ist.
Mehr Selbstbewusstsein zeigt sich oft in winzigen Momenten
Bei Selbstbewusstsein denken wir schnell an Menschen, die souverän auftreten, ihre Meinung vertreten und einen Raum betreten, als würden sie ganz selbstverständlich dort hingehören.
Doch mehr Selbstbewusstsein zeigt sich häufig viel unspektakulärer.
Jemand macht Dir ein Kompliment.
Kannst Du einfach sagen:
„Danke.“
Oder kommt sofort:
„Ach, das war doch nichts.“
Du möchtest eine Einladung ablehnen.
Kannst Du sagen:
„Danke, diesmal bin ich nicht dabei.“
Oder folgt eine Erklärung, die ungefähr die Länge einer mittleren Doktorarbeit erreicht?
Du möchtest etwas Neues ausprobieren.
Denkst Du:
„Das finde ich spannend.“
Oder suchst Du zuerst drei Menschen, die Dir bestätigen, dass Deine Idee gut ist?
Und was passiert, wenn Du einen Fehler machst?
Denkst Du:
„Mist. Beim nächsten Mal mache ich es anders.“
Oder wird daraus:
„Typisch. Ich bekomme so etwas einfach nicht hin.“
Genau diese kleinen Situationen erzählen unglaublich viel über Dein Selbstvertrauen.
Ein Fehler ist nicht dasselbe wie „Ich bin nicht gut genug“
Ein Fehler ist eigentlich eine ziemlich nüchterne Sache.
Etwas hat nicht funktioniert.
Okay.
Information angekommen.
Problem lösen.
Weiter.
Doch unser Kopf kann daraus in Rekordgeschwindigkeit etwas völlig anderes machen.
Aus:
„Ich habe einen Fehler gemacht.“
wird:
„Wie konnte mir das passieren?“
Dann:
„Die anderen hätten das bestimmt besser gemacht.“
Und fünf Minuten später sind wir bei:
„Ich bin einfach nicht gut genug.“
Moment.
Wie sind wir denn da hingekommen?
Genau hier passiert etwas Entscheidendes:
Du bewertest nicht mehr das, was passiert ist.
Du bewertest Dich.
Und plötzlich berührt ein kleiner Fehler Dein gesamtes Selbstvertrauen.
Ähnlich kann es passieren, wenn jemand anderer Meinung ist als Du.
Natürlich können andere Menschen Dinge sehen, die wir selbst übersehen.
Darum geht es nicht.
Die spannendere Frage ist:
Was passiert mit Dir, wenn die Meinung eines anderen nicht zu Deiner eigenen passt?
Kannst Du sie anhören und anschließend entscheiden:
„Interessanter Gedanke. Für mich passt trotzdem mein Weg.“
Oder beginnt sofort das große innere Wackeln?
Mehr Selbstbewusstsein bedeutet nicht, dass Du andere Meinungen ignorierst.
Es bedeutet, dass Deine eigene Meinung ebenfalls einen Platz am Tisch bekommt.
Und zwar nicht immer nur den Klappstuhl hinten in der Ecke.
Selbstvertrauen aufbauen: Vielleicht suchst Du an der falschen Stelle
Wenn Menschen Selbstvertrauen aufbauen möchten, versuchen sie häufig, mehr davon zu bekommen.
Mehr Erfolg.
Mehr Erfahrung.
Mehr Wissen.
Mehr Anerkennung.
Noch eine Weiterbildung.
Noch bessere Vorbereitung.
Noch ein bisschen perfekter werden.
Denn irgendwann, so die Hoffnung, kommt dieser magische Punkt:
Jetzt bin ich endlich gut genug und zweifle nie wieder an mir.
Tja.
Dieser Punkt ist erstaunlich schlecht darin, pünktlich zu erscheinen.
Denn selbst erfolgreiche Menschen können an sich zweifeln.
Menschen mit jahrelanger Erfahrung können vor einer neuen Aufgabe nervös werden.
Und Menschen, die für andere unglaublich selbstbewusst wirken, können abends im Bett liegen und ein Gespräch zum 17. Mal analysieren.
Vielleicht lässt sich Selbstvertrauen deshalb nicht einfach durch immer neue Erfolge auffüllen.
Stell Dir Dein Selbstvertrauen wie eine Quelle vor
Ich mag dafür ein anderes Bild.
Stell Dir vor, in Dir liegt eine Quelle.
Deine Quelle des Selbstvertrauens.
Sie gehört zu Dir.
Sie war nicht erst da, nachdem Du Deine erste Prüfung bestanden hast.
Und sie entsteht auch nicht erst, wenn genügend Menschen Dir sagen, wie toll Du bist.
Aber im Laufe des Lebens können Steine auf dieser Quelle landen.
Kritik.
Abwertung.
Vergleiche.
Enttäuschungen.
Das Gefühl, nicht zu genügen.
Der Anspruch, alles richtig machen zu müssen.
Vielleicht auch ein Satz, den jemand irgendwann ganz nebenbei zu Dir gesagt hat.
Für den anderen längst vergessen.
Bei Dir hängen geblieben.
Die Quelle ist deshalb nicht weg.
Aber vielleicht fließt sie nicht mehr so frei.
Und jetzt versuchen wir, von außen Wasser hineinzuschütten.
Ein Lob.
Ein Erfolg.
Ein Kompliment.
Eine Beförderung.
Ein „Du schaffst das“.
Für einen Moment fühlt sich alles großartig an.
Bis etwas passiert, das an einem alten Stein rüttelt.
Und die Zweifel sind wieder da.
Was, wenn Du nicht mehr Selbstvertrauen brauchst, sondern weniger Steine?
Das verändert die Frage komplett.
Statt:
„Wie kann ich mehr Selbstvertrauen aufbauen?“
könntest Du Dich fragen:
„Was bringt mich eigentlich dazu, mir selbst nicht zu vertrauen?“
Ist es Kritik?
Ablehnung?
Die Angst vor Fehlern?
Der Vergleich mit anderen?
Das Gefühl, Erwartungen erfüllen zu müssen?
Oder wirst Du besonders unsicher, sobald Du etwas Neues wagst?
Vielleicht musst Du gar keine selbstbewusstere Persönlichkeit werden.
Vielleicht darfst Du erkennen, was Dein vorhandenes Selbstvertrauen immer wieder überlagert.
Und genau hier wird die energetische Ebene interessant.

Welches Chakra steht für Selbstvertrauen?
Das Solarplexuschakra ist eng mit Deinem Selbstvertrauen verbunden.
Hier zeigt sich, wie sehr Du an Dich glaubst und wie selbstverständlich Du Deinen Platz einnimmst.
Traust Du Dir etwas zu?
Stehst Du hinter Deinen Entscheidungen?
Oder macht Dich die Meinung anderer sofort unsicher?
Gerade wenn Du Dich häufig mit anderen vergleichst oder an Dir zweifelst, lohnt sich ein genauerer Blick auf dieses Chakra.
Ein starkes Solarplexuschakra bedeutet dabei nicht, dass Du morgens vor dem Spiegel stehst und denkst:
„Meine Güte, bin ich fantastisch.“
Es geht um etwas viel Ruhigeres.
Um dieses innere:
„Ich kann mir vertrauen.“
Du kannst etwas noch nie gemacht haben und trotzdem darauf vertrauen, einen Weg zu finden.
Du kannst einen Fehler machen, ohne deshalb Deinen gesamten Wert infrage zu stellen.
Du kannst eine andere Meinung hören, ohne Deine eigene sofort wegzuwerfen.
Das ist für mich eine ganz andere Form von Stärke.
Wenn alte Blockaden Dein Selbstvertrauen überlagern
Manchmal wissen wir längst, was wir wollen.
Und trotzdem reagieren wir in bestimmten Situationen immer wieder gleich.
Die Kritik kommt und wir werden klein.
Jemand zweifelt an unserer Entscheidung und plötzlich zweifeln wir mit.
Wir möchten etwas Neues wagen und hören innerlich sofort:
„Das kannst Du nicht.“
Dann lohnt es sich, nicht nur danach zu fragen, wie Du selbstbewusster werden kannst.
Sondern auch:
Was liegt eigentlich auf meiner Quelle?
Denn Erfahrungen können Energie binden und als energetische Blockaden in Deinem Energiefeld bestehen bleiben.
Und genau dort können wir ansetzen.
Du musst nicht warten, bis Du Dich endlich selbstbewusst genug fühlst.
Manchmal beginnt Veränderung damit, das aus dem Weg zu räumen, was Dich immer wieder zurückhält.
Woran Du erkennst, wann Dein Selbstvertrauen ins Wanken gerät
Oft sind es keine großen Lebenskrisen.
Es sind kleine Momente.
Du formulierst eine Nachricht immer wieder um, weil sie bloß niemand falsch verstehen soll.
Du erklärst ein Nein ausführlicher als nötig.
Du brauchst Bestätigung, bevor Du eine Entscheidung triffst.
Du redest Deine eigenen Erfolge klein.
Du bereitest Dich immer weiter vor, obwohl Du es längst kannst.
Du vergleichst Dich und fühlst Dich danach schlechter.
Du traust anderen Einschätzungen mehr als Deiner eigenen.
Wenn Du Dich darin wiedererkennst, heißt das nicht automatisch:
„Ich habe kein Selbstvertrauen.“
Vielleicht zeigt es Dir vielmehr, wann der Zugang zu Deinem Selbstvertrauen unsicher wird.
Und genau das ist eine wertvolle Information.
Selbstvertrauen bedeutet nicht, nie wieder zu zweifeln
Natürlich zweifeln wir.
Natürlich sind wir manchmal unsicher.
Und natürlich gibt es Situationen, in denen wir denken:
„Keine Ahnung, ob ich das hinbekomme.“
Der Unterschied liegt an einer anderen Stelle.
Du kannst zweifeln und trotzdem handeln.
Du kannst unsicher sein und trotzdem eine Entscheidung treffen.
Du kannst Angst vor einem Fehler haben und trotzdem etwas ausprobieren.
Und Du kannst Dir die Meinung anderer anhören, ohne Deine eigene dabei zu verlieren.
Selbstvertrauen bedeutet nicht: Ich weiß, dass alles gutgeht.
Es bedeutet:
Ich vertraue darauf, dass ich mit dem umgehen kann, was kommt.
5 Fragen, die Dir mehr über Dein Selbstvertrauen verraten
Vielleicht möchtest Du einmal beobachten, was bei diesen Fragen spontan in Dir auftaucht:
1. Was passiert in mir, wenn jemand meine Entscheidung kritisiert?
Bleibst Du innerlich stabil oder möchtest Du Deine Entscheidung sofort verteidigen oder ändern?
2. Was denke ich über mich, wenn mir ein Fehler passiert?
Bewertest Du die Situation oder gleich Dich selbst?
3. Wie häufig brauche ich die Meinung anderer, bevor ich etwas entscheide?
Suchst Du Informationen oder suchst Du Sicherheit?
4. Kann ich Nein sagen, ohne mich schuldig zu fühlen?
Oder brauchst Du eine möglichst wasserdichte Begründung?
5. Warum erwartest Du eigentlich, dass Du es sofort kannst?
Eine meiner Lieblingsfragen.
Denn manchmal erwarten wir von uns, etwas beim ersten Versuch bereits so gut zu können wie jemand, der es seit zehn Jahren macht.
Das glaubt mir keiner, wenn man es so ausspricht.
Und trotzdem machen wir genau das erstaunlich oft.
Vielleicht hast Du beim Lesen gerade an einer oder mehreren Stellen gedacht:
Oh. Das kenne ich.
Fragen und Antworten rund um Selbstvertrauen
Wie kann ich Selbstvertrauen aufbauen?
Selbstvertrauen kann durch Erfahrungen wachsen. Gleichzeitig lohnt es sich, darauf zu achten, was Dein Vertrauen in Dich immer wieder ins Wanken bringt. Wenn Du beispielsweise nach Kritik, Fehlern oder fremden Meinungen regelmäßig stark an Dir zweifelst, liegt genau dort ein wichtiger Ansatzpunkt.
Wie bekomme ich mehr Selbstbewusstsein?
Mehr Selbstbewusstsein beginnt damit, Dich selbst bewusster wahrzunehmen: Deine Fähigkeiten, Wünsche, Grenzen, Entscheidungen und auch Deine Unsicherheiten. Je klarer Du Dich kennst, desto weniger musst Du Dich ausschließlich an der Reaktion anderer orientieren.
Warum habe ich so wenig Selbstvertrauen?
Dafür kann es sehr unterschiedliche Gründe geben. Erfahrungen mit Kritik, Abwertung, Vergleichen oder hohen Erwartungen können beeinflussen, wie sehr Du Deinen eigenen Fähigkeiten vertraust. Interessant ist deshalb nicht nur, wie viel Selbstvertrauen Du empfindest, sondern in welchen Situationen es besonders schnell verloren geht.
Warum zweifle ich an mir, obwohl ich erfolgreich bin?
Erfolg und inneres Selbstvertrauen sind nicht dasselbe.
Du kannst viel erreicht haben und Deine Fähigkeiten trotzdem immer wieder infrage stellen.
Äußere Erfolge können Sicherheit geben, müssen aber innere Zweifel nicht automatisch verändern.
Vielleicht fehlt Dir gar kein Selbstvertrauen
Vielleicht ist das die wichtigste Frage dieses Artikels:
Was, wenn Du gar nicht erst lernen musst, Dir zu vertrauen?
Was, wenn ein Teil von Dir das längst kann?
Dann geht es beim Selbstvertrauen aufbauen vielleicht weniger darum, immer noch stärker, mutiger und erfolgreicher zu werden.
Sondern darum zu erkennen, was Dein eigenes Vertrauen immer wieder überlagert.
Denn Selbstvertrauen muss nicht laut sein.
Manchmal ist es nur dieser eine kleine Moment, in dem jemand sagt:
„Bist Du Dir wirklich sicher?“
Und Du in Dich hineinspürst und antwortest:
„Ja. Bin ich.“



